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Rhododendrongärtnerei Grüngräbchen

Über 250 Jahre ist es nun schon her, dass sich sieben Generationen der sächsischen Familie Seidel in ununterbrochener Reihenfolge dem Gärtnerberuf zugewandt haben.

Der erste in der Reihe, Johann Heinrich, folgte dem Trend der Zeit und ging mit 20 Jahren erst einmal für 7 Jahre in Gärten berühmter Residenzen Deutschlands, aber auch nach Wien, Holland, England und Paris. Überall dort hatten schon neue Pflanzenarten aus Nord- u. Südamerika und Asien Einzug gehalten. Unter vielen anderen auch die Rhododendren und Azaleen mit ihrer Farbenpracht. Zunächst wurde er für seine Wissbegier und Weltgewandtheit mit den Aufgaben des Adjunct an der Herzogin Garten zu Dresden und später denen des königlichen Hofgärtners belohnt. Als 50-jährigem wurde ihm eine seiner größten Anerkennungen zuteil - Goethe besuchte ihn in seiner Person als Dichter und Naturforscher, woraus eine Freundschaft entstand.

Alle 4 Söhne traten in seine Fußstapfen.

1813 gründeten Jacob Friedrich Seidel und sein Bruder Traugott Jacob den Gartenbaubetrieb Gebrüder Traugott Jacob Seidel´. Schwerpunkte der Produktion waren unter anderem Kamelien, Rhododendren und Azaleen. In der nächsten Generation folgte Traugott Jacob Herrmann Seidel, der 1860 die Firma übernahm.

Bei einem Arbeitsaufenthalt in England bei dem berühmten Baumschüler John Standish entdeckte er die Züchtung von Rhododendron für sich. 1887 hatte man unter anderem bereits 150.000 Azaleen, 200.000 Kamelien und 175.000 Rhododendron in Kultur.

Seine 2 Söhne folgten ihm in die Firma. 1889 erwarben sie ein großes Areal in Laubegast bei Dresden in der unmittelbaren Nähe zum Schlosspark Pillnitz und errichteten dort 1893/94 eine neue Gärtnerei. 1897 folgte dann der Ankauf eines Rittergutes in Grüngräbchen. 1900 wurde der Betriebgeteilt.

Traugott Jacob Rudolf Seidel leitete den Betrieb in Grüngräbchen und nannte ihn Gartenverwaltung Grüngräbchen. Der Betriebsteil in Laubegast, den T.J. Heinrich Seidel weiterführte, umfasste zum 100-jährigen Jubiläum 15 ha Fläche mit 84 Gewächshäusern, von denen 4700m² beheizt werden konnten. Im Sommer wurden durchschnittlich 125 und im Winter 90 Personen in der Produktion beschäftigt.

Die 4. Generation trat mit Herbert Seidel 1921 in den Betrieb ein und führte den Betrieb in Laubegast bis zur Enteignung 1945 weiter. Damit hörte dieser Betreibsteil auf zu existieren. T.J.Rudolf Seidel war derjenige, der in Grüngräbchen in großem Stil Rhododendron züchtete und damit den Weltruf der Firma begründete.  

Das 150 ha große Rittergut mit ausgedehnten Moor- und Heideflächen sowie einem alten hundertjährigem Kieferbestand bot beste Standortbedingungen dafür. Das Gelände liegt in der rauen Lausitz mit fast schon kontinentalem Klima und um 4°C niedrigeren Durchschnittstemperaturen als in Dresden. So konnte das damals noch große Problem der Winterhärte unter sehr realen Bedingungen züchterisch bearbeitet werden. Von den im Dresdener Versuchsgarten als tauglich befundenen und nach Grüngräbchen überführten 106 Sorten vernichtete der Winter 1899/1900 mit Barfrösten bis -25 Grad 48 Sorten vollständig, 42 Sorten erlitten alljährlich Schäden und nur 17 erwiesen sich als ausreichend hart. In Grüngräbchen folgte 1918 der Sohn T.J. Hermann Seidel seinem Vater nach. Doch auch hier hinterließ der 2. Weltkrieg seine Spuren und so verschlug es ihn nach dessen Ende in en Westen der Bundesrepublik. Sein Schwiegersohn Ludwig Schröder leitete den Betrieb bis 1986 und übergab ihn dann an den jetzigen Besitzer Christian Schröder.

Der heutige Betrieb umfasst eine Gesamtfläche von 47 ha. Auf ca. 15 ha werden Rhododendren und Azaleen kultiviert. Jedes Jahr zur Blütezeit (Ende April bis Anfang Juni) ist der Betrieb Ausflugsziel für Tausende von Garten- und Pflanzenfreunden - nicht nur aus Sachsen.   Folgende und auch andere bekannte Seidel-Sorten sind noch heute im Angebot.

Parkdaten

Standort:
Baumschule Seidel,
Rudolf-Seidel-Straße 1,
01936 Schwepnitz, OT Grüngräbchen

Ansprechpartner:
Christian Schröder

Telefon:
035797-73542

www.baumschule-seidel.de

Impressionen